7. November 2010

To hell with helvetica.

Mehr als 140 Zeichen sind manchmal vielleicht ganz gut.

Helvetica. Ich habe ja nichts gegen die Schrift, wie schon gesagt, sie hat ihre Berechtigung. Ich finde nur, dass sie nicht immer als Standard gelten darf und kann.
Sie funktioniert wirklich gut – American Apparel, Lufthansa etc. – und macht einen soliden, guten Eindruck. Nur steht sie für mich einfach für Standard. Typografie = Helvetica. Es muss gut aussehen = Helvetica. Neues Logo = Helvetica (funktioniert nicht immer).
Unser Fakultätsgebäude, dass einen neuen Anstrich bekommen hat, hat jetzt den Schriftzug „Design“ in der Helvetica Neue. Sieht gut aus.

Es gibt Schriften mit mehr Charakter als diese eine Groteskschrift. In Sachen Gradlinigkeit ist sie vielleicht auch nicht die beste Wahl; finden einige.

Helvetica für Alles? Nein. Gestaltung ist auch zielgruppenorientiert.  

Ein kleiner Auszug aus einem Kurztext von Kurt Weidemann (eine meiner Lieblingsschriften: Corporate E) trifft es, meiner Meinung nach, ziemlich gut, wenn auch überspitzt:

„[…]Unverständlich ist es mir immer, wie man freiwillig auf die Fülle der Ausdrucksmöglichkeiten verzichtet, sich sozusagen einen Arm abhackt und kategorisch mit dem anderen herumfuchtelnd ausruft: »Seht einmal, was ich noch alles damit machen kann!«[…]bedauernswert ist der Hang, für die unzähligen Ausdrucksmöglichkeiten des Geistes möglichst nur eine Form der typografischen Interpretation zu finden.[…]“

So viel dazu. Mut zur Serife.